Logo der Netzwerkstelle LebensLanges Lernen

Netzwerkstelle LebensLanges Lernen - Modellregion Hamburg

KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e.V.

Ihre Fragen zum DQR – Informations-Veranstaltung

Am 12. September 2011 hatte die Netzwerkstelle den Geschäftsführer des DQR-Büros Berlin, Herrn Werner Erlewein, in die KWB eingeladen, um den Teilnehmenden ihre dringendsten Fragen zum DQR zu beantworten. Zunächst stellte Werner Erlewein die aktuelle Fassung des DQR und den Weg seiner Entstehung vor. Neu und von Interesse für die Teilnehmenden waren dabei insbesondere die Zusammensetzung des Arbeitskreises Deutscher Qualifikationsrahmen (AK DQR) und die erweiterte Definition des Kompetenzbegriffes:

„Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen, Kenntnisse und Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten zu nutzen und sich durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Kompetenz wird in diesem Sinne als umfassende Handlungskompetenz verstanden.
    …dabei „sind bspw. Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Ausdauer, und Aufmerksamkeit, aber auch interkulturelle und interreligiöse Kompetenz, gelebte Toleranz und demokratische Verhaltensweisen sowie normative, ethische und religiöse Reflexivität konstitutiv für die Entwicklung von Handlungskompetenz.“

Um die Notwendigkeit von ethischer und religiöser Begrifflichkeiten in der Definition von „Kompetenz“ wurde anschließend intensiv diskutiert. Hier traten deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung, Bedeutung und Meinung zur Beteiligung der Kirche hervor. Diese Diskussion verdeutlichte direkt die Problematik der Erstellung eines einheitlichen deutschen Qualifikationsrahmens. Die Wahrnehmung und die Bewertung einzelner Bereiche sind dabei sehr subjektiv.

Im Laufe der Veranstaltung blieben einige Fragen nur angerissen, da sie aufgrund der aktuellen Entwicklungen noch nicht beantwortbar sind – so die Fragen nach der Koordinierungsstelle, nach Verbindlichkeiten oder nach der Einordnung dualer Ausbildungen.

Was der DQR keinesfalls sein wird, verdeutlichte Werner Erlewein in seiner Präsentation:
Der DQR ist …

  • kein regulierendes Instrument
  • beschreibt die Gleichwertigkeit, nicht die Gleichartigkeit von Qualifikationen
  • greift nicht in die bestehenden Zugangsberechtigungen im Bildungssystem ein
  • dient der Zuordnung von Qualifikationen, nicht von individuellen Kompetenzen
  • soll die Ergebnisse nicht-formalen und informellen Lernens einbeziehen, ist jedoch kein Anerkennungsinstrument
  • Begründet keine tarif- und besoldungsrechtliche Eingruppierungen
  • lässt bereits getroffene europäische Vereinbarungen unberührt (EU-Richtlinie zur Anerkennung von Berufsqualifikationen (2005/36/EG), EU-Richtlinie zu Dienstleistungen (2006/123/EG), Qualifikationsrahmen für den europäischen Hochschulraum)


Eines sei noch bemerkt: Am 26. September 2011 wird es ein Spitzentreffen der am Entwicklungsprozess beteiligten Akteure geben, um über die Zukunft des DQR zu beraten. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

» Hier finden Sie die Einladung der Veranstaltung und die Präsentation von Werner Erlewein, Geschäftsführer DQR-Büro.

 

 

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerinnen der Netzwerkstelle LebensLanges Lernen


Andrea Krause
Referentin
E-Mail: krause@kwb.de
Tel.: 040 334241-365
Katharina Linke
PR-Referentin
E-Mail: linke@kwb.de
Tel.: 040 334241-365


Elke Moritz
Projektleitung
E-Mail: moritz@kwb.de
Tel.: 040 334241-330

 

Das Projekt wird aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.

Logo der Europäische Union | Europäischer Sozialfonds ESFLogo der Freien und Hansestadt Hamburg