
Hamburg, 9. November 2011 - Rund 40 Personen folgten der Einladung der Netzwerkstelle Lebenslanges Lernen zum 4. Netzwerktreffen am 7. November 2011. Neben bekannten Gesichtern aus Hamburger Institutionen und Trägern konnten auch neue, interessierte Teilnehmende aus Betrieben begrüßt werden. Als "Speerspitze" waren sie am aktuellen Stand der Entwicklung des DQR interessiert und warteten auf Antworten, worauf man sich zukünftig vorbereiten müsse.
Ohne die sich an den Vortrag von Michael Klatt anschließende Diskussion vorweg zu nehmen, sei berichtet, dass der aktuelle Stand des DQR erneut einige Herausforderungen mit sich bringt. Werner Erlewein, DQR Büro Berlin, verwies auf die letzte Sitzung der Kultusministerkonferenz und die derzeit schwebende Frage nach der Gesprächs- und Zuhörbereitschaft der Akteure. Sozialpartner und Wirtschaft seien zwar zu Gesprächen Anfang Dezember eingeladen, hätten ihre Teilnahme bisher aber noch nicht signalisiert.
Die in der Runde aufkommende Diskussion um den als "Ranking" wahrgenommenen EQR und DQR und die Gefahr, dass diese Hierarchie sich auf Ausbildungswünsche (Abitur gefolgt von einer Ausbildung, die "weniger wertig laut den DQR-Stufen" sei) und Gehaltsstrukturen übertragen würden, kam nicht zu einem befriedigenden Ergebnis. Werner Erlewein betonte noch einmal die Funktion des DQR als Übersetzungs- und "Annäherungsrahmen" zum Europäischen Pendant, dem EQR. Man erhoffe sich mit dem DQR die Bereitschaft und Akzeptanz für den EQR zu schaffen bzw. zu erhöhen.
Offen blieb die Frage nach der Formalisierung und Anerkennung von Kompetenzen, insbesondere der informellen und non-formalen. Die Qualitätssicherung formaler Kompetenzen soll über Rahmenbedingungen geschaffen werden. Fragen entstanden jedoch auch durch den Vortrag von Michael Klatt, der die Vermittelbarkeit von Kompetenzen thematisierte. In seinem Vortrag betonte er, dass Kompetenzen an sich nicht vermittelbar seien. Wenn man eine formale Qualifikation so beschreiben möchte, dass sie dem DQR zugeordnet werden kann, müsse man sich auf den Kompetenzbegriff beziehen, wie er vom DQR vorgegeben ist. Bei der Beschreibung der Qualifikation könne man induktiv und deduktiv vorgehen. Die Qualifikationen bei ma-co werden deduktiv zugeordnet, d. h. man geht von der übergeordneten Gesamtqualifikation bis in die kleinste Lerneinheit. Am Beispiel der Fachkraft Hafenlogistik zeigte Michael Klatt den Handlungsbedarf, der sich zum derzeitigen Stand der Qualifikationsbeschreibung ergeben hat und zeigte mögliche Probleme bei der Umsetzung auf.



