Dr. Guido Eberhard setzte beim ersten Netzwerktreffen dieses Jahres Impulse zum Weiterdenken des Kompetenzbegriffes. Dazu griff er auch in die Schatzkiste der Alltäglichkeiten und zeigte Wirtschaftsminister Rösler, der sich bei Günther Jauch um die Klärung der notwendigen Kompetenzen eines Ministers bemühte und Kompetenz als Führungs- und Motivationsfähigkeit beschrieb. Für den Blick über den Tellerrand der manchmal starren Kompetenzdiskussion verwies Herr Eberhard auf das Kompetenzverständnis des DQR - in ihm ist mehr als der rein ökonomische Blick angelegt. Erinnerungen an wichtige Beschlüsse und Ereignisse außerhalb der üblichen Kompetenzdiskussion erweiterten den Blick auf politische, historische, ökonomische, soziale, religiöse und auch ökologische Kompetenzen. Die Frage nach der Erfassung dieser Kompetenzen konnte weder Herr Eberhard noch die Runde beantworten.
Personalverantwortliche erläuterten der Runde, wie in ihrem Unternehmen Kompetenzen, insbesondere auch die Soft Skills bspw. in Assessment-Centern, abgefragt werden.
Die Operationalisierungsproblematik besteht grundsätzlich bei dem Wunsch nach Anerkennung nicht-formalen und informellen Lernens wie die Gutachten und Stellungnahmen des DQR vom Juni 2011 zeigen.
Quelle: http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de
Eine wichtige Frage ist in diesem Zusammenhang, ob nur das wichtig sein darf, was operationalisierbar ist?
So sei daran erinnert, dass zum einen 189 Mitgliedsstaaten sich im Jahr 2000 beim Millenniumsgipfel auf acht Zielsetzungen bis zum Jahr 2015 einigten - eines dieser Ziele ist "Umweltschutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen".
Quelle: http://www.bmz.de/
Zum anderen erklärten die Kommunen beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2002: „Ausgehend von den obigen Aussagen bekräftigen wir erneut unsere Unterstützung der Agenda 21 und verpflichten uns darüber hinaus: (...) eine neue und tiefergreifende Kultur der Nachhaltigkeit in unseren Städten und Gemeinden zu entwickeln, einschließlich der Verpflichtung zu einer sozial- und umweltverträglichen Beschaffungspolitik sowie zu einem entsprechenden Konsumverhalten, einer nachhaltigen Planung, nachhaltigem Geldeinsatz sowie einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, zur Förderung des Gesundheitswesens und von sauberen Energiequellen.“
Quelle: http://aktion21.at
Und schließlich wurde 2006 als eine der acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen die "Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz" genannt.
Quelle: http://europa.eu
Es stellt sich die Frage, ob und wie ein Nachhaltigkeitsdenken - vergleichbar mit der Einordnung der Methodenkompetenz - eine Querschnittskompetenz sein kann.
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