Auf dieser Seite finden Sie Informationen:
» zur Strategie Europa 2020
» zum Kopenhagen-Prozess und Brügge Kommuniqué
» zu den Arbeitsprogrammen "Education and Training" 2010 und 2020
» zum EU-Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen
» zum EQR
» zum ECVET
» zu EQAVET und EQARF
Die Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000, durch die Europa bis zum Jahr 2010 zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ gemacht werden sollte, wurde 2011 durch die Strategie Europa 2020 für Wachstum und Beschäftigung ersetzt. Sie knüpft an die Lissabon-Strategie an, setzt in ihrer Zielsetzung aber neue Akzente.
Fünf Kernziele wurden vereinbart, die das Handeln der Mitgliedstaaten und der EU bis zum Jahr 2020 leiten sollen und von denen sich auch eines auf Bildung bezieht:
"Der Anteil der Schulabbrecher sollte auf unter 10 % abgesenkt werden und mindestens 40 % der jüngeren Generation sollten einen Hochschulabschluss haben."
Um die Ziele zu erreichen, schlägt die Kommission sieben Leitinitiativen vor, von denen sich zwei auf den Bereich der (Berufs-)Bildung beziehen:
Grundlage und Ausgangspunkt für eine Verstärkung der europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist die Kopenhagener Erklärung, die 2002 durch die Bildungsministerinnen und Bildungsminister von 31 europäischen Ländern sowie durch Sozialpartner und die Europäische Kommission gebilligt wurde. Daher wird die europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung auch als "Kopenhagen-Prozess" bezeichnet.
Folgende Themenfelder wurden in der Kopenhagener Erklärung definiert:
2004, 2006 und 2008 fanden Folgekonferenzen in Maastricht, Helsinki und Bordeaux statt, auf denen das bisher Erreichte diskutiert wurde und jeweils Prioritäten für die kommenden Jahre festgelegt wurden. Die letzte Folgekonferenz fand 2010 in Brügge statt.
Das "Kommuniqué von Brügge" haben die für die Berufsbildung zuständigen Minister aus 33 europäischen Ländern 2010 angenommen. Dieses Kommuniqué ist das Ergebnis der letzten Überprüfung des 2002 initiierten Kopenhagen-Prozesses für eine verstärkte europäische Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Das Brügge-Kommuniqué beschreibt die Vision eines modernen und attraktiven Berufsbildungssystems, das optimale Ausbildungs- und Beschäftigungschancen eröffnen soll.
Für den Zeitraum von 2011 – 2020 wurden folgende strategischen Ziele formulie
Diese langfristigen Ziele werden durch einen auf vier Jahre ausgelegten Aktionsplan unterfüttert, der konkrete Maßnahmen nationaler und europäischer Ebene enthält.
Quelle: www.eu-bildungspolitik.de und Zentralverband des deutschen Handwerks (2011): Glossar. Was ist was in der Europäischen Bildungspolitik.
Zur Unterstützung der Lissabon-Strategie, "Europa bis zum Jahre 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum" zu entwickeln, haben sich im Februar 2002 die Bildungsminister und -ministerinnen der Europäischen Union und die Europäische Kommission auf ein gemeinsames detailliertes Arbeitsprogramm bis zum Jahr 2010 verständigt - "Education and Training 2010". Ziel der gemeinsamen Initiative "ET 2010" ist es, durch Qualitätssteigerungen in den nationalen Bildungssystemen, durch den leichteren Zugang zu Bildung sowie durch eine Öffnung der europäischen Bildungssysteme gegenüber der Welt mit zur Umsetzung der Lissabon-Strategie beizutragen.
Mit der Folgestrategie "Europa 2020", welche an die Ziele der Lissabon-Strategie anknüpft, haben sich im Mai 2009 die EU-Bildungsminister/-innen auf die Fortführung und den Ausbau der Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2020 geeinigt. Im Arbeitsprogramm "Education and Training 2020" wurden langfristige Zielsetzungen für das kommende Jahrzehnt gesetzt und erste Prioritäten für den Zeitraum 2009 bis 2011 festgelegt. Zur Beobachtung der Fortschritte einigte man sich zudem auf eine aktualisierte Liste von Benchmarks, mit denen die Ergebnisse gemessen werden.
Das neue Arbeitsprogramm mit dem Titel "Strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung - ET 2020" verfolgt vier strategische Ziele:
Die Umsetzung dieser Ziele werden auf der nationalen Ebene durch die jeweiligen Mitgliedstaaten selbst geleistet.
Das EU-Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen ist mit einem Budget von fast sieben Milliarden Euro das bislang größte europäische Bildungsprogramm. Seit 2007 bis Ende 2013 werden der Austausch von Lehrenden und Lernenden aller Altersstufen sowie grenzübergreifende Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und -akteuren gefördert.
Das Programm baut auf vier Säulen auf
Ergänzend gibt es ein bereichsübergreifendes Querschnittsprogramm und die Aktion Jean Monnet.
Die offizielle Empfehlung zur Einrichtung des EQR wurde 2008 verabschiedet. Damit hat die Europäische Union ein wesentliches Instrument zur Umsetzung der Strategie Lebenslanges Lernen auf den Weg gebracht - den „Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen“ (EQR). Er ist Metarahmen für nationale Qualifikationsrahmen, welche die Mitgliedsstaaten analog zum EQR erstellen können.
Der EQR ist ein Instrument zur besseren Vergleichbarkeit und Transparenz der nationalen Berufsbildungsabschlüsse in Europa. Damit soll die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger innerhalb des europäischen Bildungs- und Arbeitsmarktes erleichtert werden.
Mittels Matrix aus acht Referenzniveaus soll die Abbildung der Qualifikationen der allgemeinen, beruflichen und akademischen Aus- und Weiterbildung abgebildet werden. Für jedes der acht Niveaus sind Lernergebnisse beschrieben in Form von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die von einer Qualifikation abzudecken sind, damit diese einem Niveau zugeordnet werden kann.
Der EQR beruht auf den Prinzipien:
Laut der Empfehlung von 2008 sollen alle nationalen Qualifikationsniveaus bis 2010 mit dem EQR verknüpft sein. Bis 2012 ist vorgesehen, dass alle Qualifikationsnachweise einen Verweis enthalten, welchem EQR-Niveau die jeweilige Qualifikation entspricht.
ECVET ist das Leistungspunktesystem für die berufliche Bildung, welches analog zum European Credit Transfer System (ECTS), dem Leistungspunktesystem für Hochschulbildung, von den EU-Mitgliedstaaten und der europäischen Kommission entwickelt wird.
Das ECVET ist neben dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) ein weiteres Instrument zur Umsetzung der Strategie des Lebenslangen Lernens innerhalb der Europäischen Union.
ECVET zielt darauf ab, die Vergleichbarkeit und Kompatibilität zwischen verschiedenen nationalen Berufsbildungs- und Qualifikationssystemen zu verbessern. Die transnationale Mobilität in der beruflichen Bildung soll gefördert werden, indem die Validierung, Anerkennung und Akkumulierung von Lernergebnissen, die in unterschiedlichen Lernumgebungen oder im Ausland erlangt wurden, ermöglicht wird.
Das System, das von den Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2012 umgesetzt werden soll, ist ein freiwilliger Rahmen, der Qualifikationen durch Einheiten von Lernergebnissen beschreibt.
Bereits 2005 entstand die erste gemeinsame Plattform ENQA-VET (European Network für Quality Assurance in Vocational Education and Training), die 2010 von EQAVET (European Quality Assurance for Vocational Education and Training) abgelöst wurde.
Ziel ist es, die Qualitätssicherungssysteme der einzelnen europäischen Systeme in der beruflichen Bildung, vor dem Hintergrund der Implementierung des gemeinsamen europäischen Bezugsrahmens zur Qualitätssicherung (EQARF) weiterzuentwickeln und zu verbessern.
Als praxisbezogenes Netzwerk führt es zu einer höheren Kooperationsebene und verbesserten Synergien innerhalb und zwischen den EU-Mitgliedsstaaten in Bezug auf Fragen der Qualitätssicherung. Der Empfehlung, nationale Referenzstellen einzurichten, sind die meisten Länder nachgekommen. In Deutschland ist dies die Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung (DEQA-VET).
Der European Quality Assurance Reference Framework (EQARF) ist der Europäische Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Er soll die EU-Mitgliedstaaten dabei unterstützen, auf Grundlage gemeinsamer europäischer Referenzen ihre Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung kontinuierlich zu verbessern und diesen Prozess überwachend zu begleiten.
Im April 2008 legte die Europäische Kommission eine Empfehlung zur Einrichtung eines EQARF vor, welche im Mai 2009 angenommen wurde. Der Bezugsrahmen soll zur Qualitätsverbesserung in der Berufsbildung sowie zum Aufbau gegenseitigen Vertrauens in die nationalen Berufsbildungssysteme beitragen.
Entsprechend sieht der neue Bezugsrahmen einen Qualitätszyklus vor, der geeignete Verbindungen zwischen Planung, Umsetzung, Evaluierung/Bewertung und Überprüfung herstellt. Der Rahmen umfasst Hilfsmittel zur Überwachung der Leistungen von Berufsbildungssystemen und sieht den Einsatz von Messinstrumenten vor, die die Bewertung und Verbesserung ganzer Systeme und einzelner Berufsbildungseinrichtungen unterstützen.
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