07.09.2016

Weiterbildungsbedarf in der Altenpflege

Ergebnisse der Online-Befragung

An der Befragung haben sich Unternehmen aller Größen beteiligt, von Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten bis zu Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Die meiste Beteiligung an der Befragung kam aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen mit 10 bis 199 Beschäftigten. 
 
Führungskräfte sind in 77 von 78 Unternehmen tätig, Fachkräfte in jedem der befragten Unternehmen. An- und Ungelernte werden in 75 der 78 Unternehmen beschäftigt, Auszubildende in 72 von 78 Unternehmen. 

Auswertung der Befragung zum 

Weiterbildungsbedarf in der Hamburger Altenpflege

Der hohe Anteil an Auszubildenden in den befragten Unternehmen spiegelt die Bedeutung der Berufsausbildung als Maßnahme zur Fachkräftegewinnung wider: In 69 der 78 Unternehmen wird eine (verstärkte) Ausbildung als eine solche Maßnahme explizit benannt. In 65 Unternehmen werden Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt und in weiteren 54 Unternehmen wird die Nachqualifizierung für die Zulassung zur Externenprüfung des Personals gefördert. Im Schnitt werden 4 Maßnahmen auf betrieblicher Ebene umgesetzt. Einzelne Unternehmen – große wie kleine – setzen bis zu 8 Maßnahmen um. Diese Angaben sind ein Indiz für den hohen Stellenwert des Themas Fachkräftesicherung im betrieblichen Alltag.
 
Für die (interne) Weiterbildung des Personals werden Angebote von unterschiedlichen Anbietern genutzt. Mit Abstand am häufigsten werden die Weiterbildungsangebote von Bildungsdienstleistern genutzt. Die Angebote von Verbänden sind in den letzten 3 Jahren von knapp der Hälfte der Unternehmen in Anspruch genommen worden. 
 
Das wichtigste Kriterium bei der Wahl von Weiterbildungsangeboten ist die Relevanz des Themas für die eigene Arbeitspraxis. Dieses schätzen 61 Befragte als sehr wichtig und weitere 16 als wichtig ein. Ebenfalls von Bedeutung sind das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Vergabe eines anerkannten Zertifikats. Am wenigsten wichtig wird das Kriterium der Möglichkeit der Nutzung von E-Learning bewertet.
 
Von einer Freistellung für Weiterbildungen profitierten im Jahr 2014 in den befragten Unternehmen alle Beschäftigtengruppen, wobei der prozentuale Anteil unter Führungskräften, Fachkräften sowie An- und Ungelernten insgesamt variiert. Lediglich in weniger als 6 Unternehmen wurden keine Beschäftigten freigestellt. Die Befragten gaben überwiegend an, dass sie bis zu 25 Prozent der Fach- und Führungskräfte freigestellt haben. Tendenziell wurden mehr Fach- und Führungskräfte freigestellt als An- und Ungelernte. 
 
Der zeitliche Umfang von Weiterbildungsangeboten ist sehr heterogen. Er erstreckt sich von Weiterbildungen, die weniger als einen Tag dauern bis hin zu Weiterbildungen von mehr als 4 Monaten. Die häufigste Nennung zum zeitlichen Umfang von Weiterbildungen für alle Beschäftigten ist 3 bis 5 Weiterbildungstage. 
 
Der Stellenwert der Weiterbildungsaktivitäten in den Hamburger Unternehmen der Altenpflege zeigt sich auch daran, ob und wie der Bedarf an Weiterbildung ermittelt wird. 73 der 78 befragten Unternehmen ermitteln den Weiterbildungsbedarf. Dies geschieht überwiegend durch Mitarbeitergespräche und/oder durch Beobachtung, z. B. am Arbeitsplatz. 
 
Das zentrale überfachliche Thema des zukünftigen Weiterbildungsbedarfs ist bei allen 3 Beschäftigtengruppen (Fachkräfte, Führungskräfte, An- und Ungelernte) Gesundheit. Danach folgen die Themen Kundenorientierung und Sicherheit/Arbeitsschutz. 
Bei den fachlichen Themen zeigen sich zwischen den Zielgruppen unterschiedliche Bedarfe, die an die jeweiligen Funktionen im Unternehmen gekoppelt sind. 
Bei den Führungskräften stehen vor allem die Themen Personalführung sowie das Pflegestärkungsgesetz im Fokus. Letzteres wird auch als Bedarf für Fachkräfte identifiziert, wobei jedoch fachlich- pflegerische Themen wie Palliative Care oder Wundmanagement häufiger genannt sind. 
Bei An- und Ungelernten wird vor allem ein Weiterbildungsbedarf in Richtung Fachkraft deutlich: Eine Ausbildung zur Fachkraft halten immerhin 9 Unternehmen für essentiell, auf Grundlagenkenntnisse im Bereich Demenz wird ebenfalls verwiesen. Von Bedeutung sind bspw. auch Kenntnisse im Umgang mit schwierigen Personengruppen und Konfliktmanagement. 
 
Dreiviertel der befragten Unternehmen sind über das Konzept der Weiterbildungsbausteine, wenn auch nur sehr allgemein, informiert. Die Mehrzahl der Befragten schätzt, dass eine Qualifizierung ihrer Beschäftigten mithilfe von Weiterbildungsbausteinen infrage kommt. 

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